Samstag, 04.02.2012
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Flo Mega
Sendung vom 28. August 2010
Der "Soulrebell" aus Bremen meldet sich zurück: Flo Mega. Am 4. September feiert er im Club Bahnhof Ehrenfeld bei "Beatpackers Live" die Fertigstellung seiner neuen EP "Filmriss". Das Werk ist ein Vorgeschmack auf das Album, dass Anfang nächsten Jahres erscheinen soll. 5Planeten Reporterin Anne Lorenz hat Flo Mega getroffen und mit ihm über Einflüsse, Vorbilder, seinen musikalischen Werdegang und natürlich die EP gesprochen.
Die Liebe zur Musik entdeckte der "Soulman" bereits im zarten Kinderalter. Sein erstes Instrument: Ein selbstentworfenes Drumset aus Kochtöpfen und Teedosen. Es folgten der klassische Blockflötenunterricht und Klavierstunden. Als er 13 Jahre alt war schwappte dann die Hip-Hop-Welle über den großen Teich und Flo begann sich in der Welt von Freestyle-Rap, Crews und Jams zuhause zu fühlen. Aus dieser Zeit stammt auch noch sein Künstlername. Erst Flomega, dann Flo Mega. Flo steht für seinen bürgerlichen Vornamen Florian und Mega ist von Omega, dem letzten Buchstaben im griechischen Alphabet abgeleitet, denn "die Letzten werden die ersten sein" - das stand schon in der Bibel.
Die größte Inspiration für Mr. Mega sind die Frauen. Egal ob positiv oder negativ, die erlebten Situationen mit dem weiblichen Geschlecht entlockten ihm schon so manche Songzeile. Sei es die erste Niederlage in der frühen Schulzeit oder der One-Night-Stand nach einer durchzechten Nacht, das Thema Frau entpuppte sich zur niemals versiegenden Themenquelle in seiner musikalischen Entwicklung. Aber auch besinnliche Zeit in der Natur und Reisen an die unterschiedlichsten Plätze dieser Erde tragen zu Flos kreativer Findung bei.
Eine gehörige Portion James Brown hat er immer im Gepäck und es kann passieren, dass er im einen Moment zum jungen Joe Cocker mutiert und im nächsten Augenblick Helge Schneider die Butter vom Käsebrot nimmt. Sein größtes Vorbild ist jedoch nach eigenen Aussagen Herbie Hancock.
Während seiner gesamten musikalischen Laufbahn hat er sich von vielen Künstlern und Richtungen beeinflussen lassen. Dabei sind die unterschiedlichsten Features und Kollaborationen entstanden. In seiner "Hip-Hop-Phase" zählten dazu Flowin'Immo, Zentrifugal und Defekte Dichtung. Viele der Kontakte entstanden damals über seinen 5 Jahre jüngeren Bruder Big LeBasti, der ebenfalls seit Jahren musikalisch unterwegs ist.
Nicht immer war sich Flo seiner Sache so sicher wie gegenwärtig. Es gab eine Zeit in der er sogar daran dachte die Musik komplett an den Nagel zu hängen. Er fühlte sich in der Rap-Szene nicht mehr wohl und musste feststellen, dass das Genre für einen Querdenker wie ihn einfach zu eng war. Die Erlösung kam in Form der Ruffcats - die wahrscheinlich bestgeölteste Soul- und Funk-Band Berlins. Resultat dieser Begegnung war der Song "Pay Me Right", der 2007 auf Vinyl erschien und der Beginn einer langen Partnerschaft.
Uwe Breunig an den Drums, Hendrik Stiller an den Keys, Joh Weisgerber am Bass und Lars Cölln an der Gitarre. Erst die vier Musiker aus der Hauptstadt brachten Flos Gesang wirklich zum Klingen. Eine Fusion in der der eine vom anderen profitieren kann: Fundiertes musikalisches Wissen trifft auf unkonventionelle Kreativität. Seit fünf Jahren funktioniert diese Verbindung nun schon und ein Ende ist noch lange nicht abzusehen.
Entstanden in der Zusammenarbeit von Flo Mega, den Ruffcats und dem Produzenten Kraans de Lutin. Ein fast schon unverschämt ehrliches Werk, verträumt, verrückt und vielschichtig wie Flo Mega himselve. Die einen nennen es "Primitive Malerei für die Ohren", die anderen ein innovatives, urbanes Exemplar Blues Attitüde. Mehr davon? Gibt's Anfang nächsten Jahres auf dem Album!
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