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El Hijo de la Cumbia
Sendung vom 07. Januar 2011
Cumbia Digital erorbert die Clubszene Europas im Sturm. Cumbia Digital aus Mexiko Kolumbien, New York und Buenos Aires/Argentinien wo El Hijo de la Cumbia zu Hause ist. Der 25 jährige Emiliano Gomez war schon in frühen Jugendjahren in diversen cumbia Bands am Keyboard aktiv. Mit 16 entdeckte er dann seine Fähigkeiten als Produzent. Francis Gay hat El Hijo De La Cumbia auf der Babel Med Musikmesse in Marseille getroffen und Ihn zu seinen Visionen, seiner Vorliebe für cumbia und über andere lateinamerikanische Musikrichtungen befragt.
El Hijo de la Cumbia kreiert einen neuen urbanen Rhythmus aus traditionellen afrikanischen Rhythmen mit dem Aroma von cumbia. Dabei geht es ihm maßgeblich darum Grenzen zu durchbrechen. Grenzen der Sprache, Genregrenzen und Grenzen der Hautfarbe. Im Idealfall soll durch die Vermischung eine neue Generation, eine neue Mentalität und eine neue Kultur entstehen in der Diskriminierung keinen Platz findet. El Hijo de la Cumbia ist sich sicher, dass Gefühle und Empfindungen Dinge sind die alle Menschen miteinander vereinen, und da die Kunst eine Form ist diesen Empfindungen Ausdruck zu verleihen eignet sie sich ideal als Sprachrohr. Die Notwendigkeit sich zu vereinen sieht er in der heutigen Zeit, in der Katastrophen wie in Haiti oder in Chile passieren stärker den je.
Seine Leidenschaft für die cumbia erklärt er damit, dass schon in seinem Elternhaus ständig cumbia gespielt wurde und er mit den Klängen aufgewachsen ist. Schon mit acht Jahren hat er selbst musiziert und sich von dem Rhythmus, der Energie, dem Swing und dem Bass der cumbia mitreißen lassen. Er entwickelte eine geradezu fanatische Sammelleidenschaft für cumbia und ehe er es sich versah, hatte er ein beachtliches Archiv an argentinischer, kolumbianischer und mexikanischer Musik zusammengetragen. Mit dieser Basis begann er dann zu loopen und zu sampeln um eine New-Roots-cumbia zu erschaffen.
Als Argentinier wird El Hijo de la Cumbia oft gefragt warum er keine Tango Einflüsse in seiner Musik verarbeitet. Das erklärt er damit dass Tango ursprünglich keine südamerikanische Musikrichtung war. Tango ist mit seinem romantischen Touch sehr französisch, doch da der durchschnittliche Argentinier die Mentalität besitzt so europäisch wie möglich sein zu wollen, wurde dort der Tango schnell adoptiert. Die cumbia hingegen ist in Argentinien eher schlecht angesehen. Das liegt zum einen daran dass es in Argentinien viel schlecht produzierte cumbia gibt, aber zum anderen auch daran, dass cumbia eher die Musik der unteren Bevölkerungsschichten ist. Das hat zur Folge dass die neue Cumbia Digital zwar in Europa sehr gut ankommt, ihr Durchbruch in Argentinien aber eher schleppend voran läuft.
Auch in Brasilien hat die cumbia es schwer Fuß zu fassen. Die Gründe dafür siet El Hijo zum einen in der Sprachbarriere, zum anderen aber auch in dem schon seit vielen Jahren zu beobachtenden Trend, nach dem sich das Land vom Rest Lateinamerikas abgrenzt. Für Ihn ist die brasilianische Musikkultur sehr attraktiv und er hat bereits einige cumbia-samba-Mixe produziert von denen er sich sicher ist dass sie auf brasilianischen Tanzflächen sehr gut ankommen würden. Außerdem betont er die bestehenden Gemeinsamkeiten zwischen samba und cumbia: Beide haben ihren Wurzeln in Afrika. El Hijo ist optimistisch was eine zukünftige Vermischung der beiden Musikstile angeht: "Der Mix existiert bereits, man muss ihn nur weiter entdecken!"
Neben cumbia, tango und samba ist reggaeton die dominierende lateinamerikanische Musikrichtung. Für El Hijo de La Cumbia ist sie gleichzeitig aber auch eine Form der politischen Manipulation: Reggaeton entstand ursprünglich auf Puerto Rico, einem durch die USA kulturell stark beeinflußten Staat, und erlangte von dort aus großen Einfluss auf ganz Lateinamerika. Das ganze "Hintern-Wackel-Gehabe" mit dem Reggaeton kokettiert, dient nach El Hijos Meinung der Sichtvernebelung des Hörers. Die cumbia hingegen fungierte in ihrem Ursprung eher als ländliche Form des Nachrichtenaustauschs. Sie erzählte was auf dem "Campo" so passierte, wenn zum Beispiel eine Henne starb oder Ähnliches. El Hijo sieht Cumbia auch heute noch in der Position des Vermittlungsorgans.
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