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Süpertunes

Frank Ocean & Sofrito International Soundclash

R'n'B mit Tiefgang trifft auf Groove-Perlen

Sendung vom 20. Juli 2012

Der R'n'B-Newcomer Frank Ocean verzaubert die Musikwelt mit seinem Album "Channel Orange". Und die Londoner Sofrito Crew präsentiert stilprägende internationale Grooves auf der Compilation "Sofrito International Soundclash".

Frank Ocean: Channel Orange (Island)

Cover des Albums; Island Bild vergrößern

Channel Orange

Seine ersten Veröffentlichungen waren kostenlose Mixtapes mit eigenen Songs. Gleich zwei davon hat der R'n'B- und HipHop-Künstler Frank Ocean in den letzten beiden Jahren zum kostenlosen Download angeboten - ein mittlerweile probates Mittel, um auf sich aufmerksam zu machen.

Als Mitglied des kalifornischen HipHop-Kollektivs "Odd Future Wolf Gang Kill Them All" stand der 24-jährige Künstler dann nicht unbedingt im Vordergrund. Das hat sich nun geändert. Sein bisexuelles Outing, das er kurz vor der Albumveröffentlichung via Blog medial in Szene gesetzt hat, bringt ihm Sympathiebekundungen ein von Stars wie 50 Cent, Jamie Foxx und Beyoncé. Ein inszenierter, aber dennoch ungewöhnlicher Schritt für die traditionell schwulenfeindliche HipHop-Community in den USA.


Das verflixte erste Album

Vordergründig ist "Channel Orange" ein Debütalbum voller klassischer R'n'B-Balladen, eingehüllt in melancholisch-süße Melodien. Auf den zweiten Blick zieht Frank Ocean aber alle Register. Das Album strotzt nur so vor guten Songs - als talentierter Songschreiber hat Ocean bereits für John Legend oder Beyoncé komponiert. Mit feinen und geschmackvollen Arrangements demonstriert der Künstler aus New Orleans ausgebildetes Jazz- und Soul-Bewusstsein. Auch den Sinn für große Popmusik trägt Ocean in sich: Als Sänger tendiert er zwar zur falsetthaften Übertreibung, doch das trägt ein geschmackvolles Gesamtkunstwerk wie "Channel Orange" locker.


V. A.: Sofrito International Soundclash (Strut)

Cover des Albums; Strut Bild vergrößern

Sofrito International Soundclash

Die DJs des Londoner Soundkollektivs Sofrito sind musikalische Globetrotter. Auf ihren schweißtreibenden Warehouse Partys präsentieren Hugo Mendez und Frankie Francis einen ausgesuchten Mix aus Vintage-Grooves aus der Karibik, Lateinamerika und Afrika. Während ihrer regelmäßigen Reisen durchstöbern sie verstaubte Musikarchive und versteckte Plattenläden - immer auf der Suche nach außergewöhnlichen, oft vergessenen musikalischen Diamanten.


International Retro Soundclash

Diesen magischen Mix setzt die Sofrito-Crew auf ihrer zweiten CD-Compilation "Sofrito International Soundclash" fort. Das Album mit insgesamt 15 Songs rückt die Musik der 70er Jahre in den Vordergrund. Denn die Retrowelle boomt nicht nur im Soul, auch in anderen Genres lohnt sich ein Blick in den musikalischen Rückspiegel.


Stilistische Spannbreite versus Groove

Der musikalische Bogen auf "Sofrito International Soundclash" ist abwechslungsreich und tanzbar: Soca, kolumbianische Cumbia und rohe afrikanische Funk-Gitarren sind nur einige Stilelemente auf dem Weg zum internationalen Soundclash. Mal geht es tief hinein in die Wurzeln der afro-kolumbianischen Musik mit der "Grupo Canalon", mal trällert einem selbstvergessen der kubanische Evergreen "El manisero" entgegen, untermalt durch kongolesische Soukouss-Gitarren.

Eine Compilation, die den miesen Sommer 2012 fast vergessen lässt, die perfekt zur Urlaubsvorbereitung passt und die eigene Party aufmotzt. Der Mix macht's!
(Steffen Schmidt)





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