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Musik
"Riders On The Storm"
Sendung vom 09. Oktober 2012
"Riders On The Storm", der weltbekannte Hit der US-amerikanischen Rockband The Doors soll eigentlich ein Cover eines Cowboy-Songs werden. Doch Sänger Jim Morrison ändert den Plan. Was die Band nicht ahnt, es wird das allerletzte Stück sein, das sie aufnehmen werden. Nur sechs Jahre nach ihrer Gründung. Mit Gewittersound, Flüsterstimmen und Jazz-Piano zaubern die Doors ein düsteres, spannendes Bild, das den Zuhörer gefangen nimmt.
Die legendären Fender Rhodes Keyboard-Motive von Ray Manzarek sind als Sample-Material heiß begehrt. 2001 verwandelte der Ungar Yonderboi sie zu Dub-Trip-Hop. Die jamaikanischen Jolly Boys musizieren seit 1955 in Originalbesetzung. Sie haben unzählige Songs eingespielt und sich mit ihrer Interpretation auch vor den Doors verbeugt. "Like a dog without a bone..." Jim Morrisons Poesie ist eine Steilvorlage für den Skandal-Rapper Snoop Dogg und Nina Hagen, die das Lied 2010 im Jesus T-Shirt performt. Carlos Santana holt sich Ray Manzarek in seine Band und überzeugt mit seinem typischen Gitarren-Sound. 'Classic Rock' im Latin-Gewand ist die Spezialität von Señor Coconut. Er verpasst dem düsteren Klangbild eine Frischzellenkur. In New York bearbeitet Rassek, ein iranischer Elektro-DJ, das Jazz-Piano von Ray Manzarek und bringt "Riders On The Storm" auf den Dancefloor. Ganz anders hingegen nähert sich Nigel Kennedy dem Stück. Er transkribiert auf seinem Album "Doors Concerto" den Song als Orchesterwerk.
"Riders On The Storm"
John Densmore, der Drummer der Doors, schrieb mit seinem Buch "Riders On The Storm" unverblümt die wahre Geschichte der Band. Oscar Preisträger Oliver Stone brachte 1990 den Film "The Doors" in die Kinos. Manzareks vernichtendes Urteil darüber: "Es ist ein guter Film über eine amerikanische Rockband, zeigt aber niemals die Doors und schon gar nicht Jim Morrison." Der Keyboarder gründet mit Robby Krieger 2002 die Cover-Band "Riders On The Storm".
Wer sich Songs wie "Riders On The Storm" einfallen lässt, dem müsste eine große Zukunft bevorstehen. Doch in diesem Fall ist es anders gekommen. Kurz nach den Aufnahmen folgt Jim Morrison im März 1971 seiner heroinsüchtigen Freundin Pamela nach Paris, um sich dort ausschliesslich mit dem Schreiben von Gedichten zu beschäftigen. Am 3. Juli 1971 findet ihn die Polizei leblos in der Badewanne. Offizielle Todesursache: Herzstillstand. Der frühe Tod macht den singenden Poeten zur Legende. Seine Grabstelle auf dem Pariser Friedhof Pére Lachaise mutierte im Laufe der Jahre zu einer bizarren Kultstätte und zählt, mit 1,5 Millionen Besuchern pro Jahr (nach Angaben der Friedhofsverwaltung 2004) zu den populärsten Touristenattraktionen der französischen Metropole.
(Norbert Stolz)
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