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Sie befinden sich hier: > WDR.de > Funkhaus Europa >Musik >"Those Were The Days"


Süpersong

"Those Were The Days"

Ein wahrhaft echter Pop-Song

Sendung vom 14. August 2012

Seit Anfang der 50er Jahre wandert der Ohrwurm "Those Were The Days" quer durch alle Kontinente und Kulturen. Kaum eine Sprache in der er nicht interpretiert wurde. Selbst in Vietnam oder Afghanistan findet die Melodie Anklang. Dort heißt das Lied 'Tinh ca du muc' oder 'Zeba Negaram'.

Folk-Sängerin Mary Hopkin; picture alliance / empics


Geschichte haben die Beatles nicht nur mit ihren Songs geschrieben, sondern auch mit "Apple Records": Ihr eigenes Label, 1968 gegründet, veröffentlicht die walisische Folksängerin Mary Hopkin und landet damit gleich einen Volltreffer. Das Lied "Those Were The Days" belegt Platz 1 der britischen, amerikanischen und deutschen Pop-Charts und verdrängt sogar Pauls eigene Komposition "Hey Jude" von der Spitzenposition. Die Melodie der Ballade stammt aus einem russischen Volkslied, das im Jahr 1917 entstand.

Auch in Deutsch, Spanisch, Italienisch und Hebräisch interpretiert Mary Hopkin den Klassiker und das zahlt sich aus: Über acht Millionen mal geht die Single über den Ladentisch. Zwei Jahre später startet die Folk-Sängerin zwar nochmal im "Grand Prix d'Eurovision" für England, erreicht mit "Knock, Knock Who's There?" auch immerhin den zweiten Platz, aber seitdem hat man nicht mehr viel von ihr gehört.


Ein Lied geht um die Welt

; Rechte: Apple Records Bild vergrößern

Mary Hopkin: "Those were the days"

Was Schmonzetten angeht, sind die Franzosen bekanntlich nicht taub und lassen die Sängerin Dalida 1968 "Le Temps Des Fleurs" daraus machen. Im selben Jahr überreicht man ihr für ihre Verdienste um das französische Chanson den Orden des Präsidenten Charles de Gaulle. Ryoko Moriyama gilt als die Queen of Folk in Japan. Einige ihrer Lieder dienen in ihrem Heimatland sogar als Unterrichtsmaterial in Schulbüchern. Die Folkballade ist für sie ein 'must'. Auch in Mandarin wird das Lied interpretiert. Verantwortlich dafür, ist die aus Taiwan stammende chinesische Sängerin Teresa Teng. In China gelten ihre Lieder als dekadent, als sogenannte 'gelbe Musik'. Konsequent unterstützte sie die demonstrierenden Studenten auf dem Platz des himmlischen Friedens in Peking. 1995 verstarb sie an einem Asthmaanfall und erhielt ein Staatsbegräbniss in Taipeh.

Völlig anders hingegen klingt die Coverversion "Red Mercedes" der Berliner Band Rotfront. Sie setzen gekonnt auf Reggae und verpassen der Melodie einen neuen Text. Sänger Yuriy Gurzhy träumt davon, mit einer hübschen Frau im Arm, betrunken in einem roten Mercedes durch die Strassen zu fahren. Der Jamaikaner Shaggy hingegen reitet auf der phänomenalen Hook-Line und bastelt aus der Melodie einen endlosen Ragga Mix, gespickt mit seinen typischen Attitüden. 2001 sorgt die Band Brings dafür, daß das Lied auch für den Kölner Karneval kompatibel wird und veröffentlicht es als 'Mitsingnummer' "Superjeile Zick".
(Norbert Stolz)




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