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Süpersong

"Corcovado"

Musikalische Liebeserklärung an Rio de Janeiro

Sendung vom 10. Juli 2012

Denkt man an Rio de Janeiro, erscheinen einem vor dem inneren Auge sofort Bilder von Copacabana, Zuckerhut und dem berühmten "Carnaval do Rio". Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die fast 40 Meter hohe Christusfigur, die hoch oben über den Buchten der Metropole ihre Arme ausbreitet. Doch auch der Berg auf dem sie steht wurde weltberühmt, besonders wegen einem Song: Corcovado.

Blick vom Corcovado auf Rio de Janeiro; picture-alliance / Bildagentur Huber


Antônio Carlos Jobim hatte Anfang der 60er Jahre die Hommage an Rio's gleichnamigen Berg geschrieben. Zeit seines Lebens war seine Heimatstadt Rio de Janeiro für ihn eine Quelle der Inspiration. Tom Jobim, so sein Rufname, war nicht nur lange Zeit einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten und Sänger Brasiliens, er gilt auch als einer der Mitbegründer der Bossa Nova und damit als wichtiger Erneuerer der brasilianischen Musik.


Aushängeschild der Bossa Nova

Das Cover der Platte Getz/Gilberto; Rechte: dpa Bild vergrößern

Cover von Getz/Gilberto

So wurde die musikalische Liebeserklärung an Rio de Janeiro und seinen gut 700 Meter hohen Felsen selbst gleichzeitig auch zum Aushängeschild der Stadt und der damals neuen brasilianischen Musikrichtung. Als Jobim dann 1963 mit Stan Getz und Astrud und João Gilberto ins Studio ging, machten sie Corcovado endgültig unsterblich. Der Song, das gesamte Getz/Gilberto Album und alle Beteiligten verhalfen so dem Bossa Nova zu internationaler Aufmerksamkeit.


Internationaler Jazzstandard

Corcovado - "der Bucklige" - entwickelte sich von da an vom brasilianischen Bossa Nova-Klassiker zum international gespielten Jazzstandard. In der englischen Übersetzung von Gene Lees hieß der Song fortan "Quiet Nights Of Quiet Stars" und Künstler wie Frank Sinatra, Doris Day oder Art Garfunkel nahmen Versionen von Corcovado auf.


Weitere Versionen

Erst kürzlich versetzte der US-amerikanische HipHopper Fiya Blaze den Corcovado musikalisch von Rio de Janeiro an den Lake Michigan in Chicago und hauchte dem leisen Song modernes Clubleben ein. Und die Rap, Grime und Dubstep-Group Foreign Beggars holte den brasilianischen Klassiker nach London und fragte: Where did the sun go? Senor Coconut aus Frankfurt machte 2008 auf seinem Album "Around the world" ebenfalls Halt in der Stadt am Zuckerhut und paarte die brasilianische Bossa mit einer synthetischen Computer-Frauenstimme.


Postmortale Anerkennung

Tom Jobin setzte der zweitgrößten Stadt Brasiliens mit Corcovado ein musikalisches Denkmal. Bis heute gilt er dort als einer der bekanntesten Söhne der Stadt und Rio de Janeiro bedankte sich 1999, fünf Jahre nach seinem Tod, für sein Werk und Schaffen mit der Umbenennung des internationalen Flughafens in "Aeroporto Internacional do Rio de Janeiro/Galeão − Antônio Carlos Jobim".
(Mario Derstappen)





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