Mittwoch, 16.05.2012
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Funkhaus Europa
Musik
"My Guy"
Sendung vom 20. Februar 2012
Man gesteht dem schnulzigen Liebeslied nur selten musikalische Größe zu. Und oftmals auch zu Recht. Trotzdem gibt es Liebeslieder wie Sand am Meer und wohl jeder hat einen persönlichen Favoriten. Eine Schnulze, die aus der Masse hervorsticht ist "My guy" von Mary Wells. Dieser Klassiker feiert die Liebe zwischen Mann und Frau auf eine besondere Art und Weise.
Der Song widmet sich der Liebe und Hingabe einer Frau zu ihrem Mann. Nichts in der Welt kann sie von dieser Liebe, diesem Mann abhalten. Ein perfektes Liebeslied, auch in anderen Sprachen. Claude Francois, Pariser Yé-Yé-Künstler, singt zum Beispiel in "Ma fille" über die Liebe zu seiner Tochter. Und da in Frankreich zu dieser Zeit amerikanische Hits in französischer Sprache sehr beliebt waren, zog es auch die Amerikanerin Nancy Holloway in den 60ern von Ohio nach Paris. Dort machte sie mit ihrer Version "Bye Bye" den lokalen Yé-Yé-Sängerinnen Konkurrenz.
Aus Schweden stammt Towa Carson's Version 2För din skull" - "Deinetwegen". Ihre Version kann aber, bis auf die andere Sprache, dem Original nichts abgewinnen. Das ist zum Beispiel ganz anders bei Sanchez, dem jamaikanischen Dancehall-Meister des Lovers Rock. Er beteuert in seiner Version vor allem seine Liebe zu seinem Sound. Gerade im Reggae-Bereich finden sich einige Versionen von "My guy". Zum Beispiel von Ninja Man ("Murder Dem"), Sandra Cross oder Joy White. Aber auch die Königin des Soul, Aretha Franklin, konnte sich mit "My guy" identifizieren.
Mary Wells verließ Motown noch im der Veröffentlichung von "My guy", 1964, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Sie tourte zwar mit den Beatles, war international sehr bekannt, konnte aber ihren Erfolg von "My guy" nicht mehr wiederholen. Also machte sie 20 Jahre später einfach eine neue, funkigere Version von ihrem größten Hit. Und da gab es auch noch einen Film, der "My guy" sprichwörtlich in den Himmel hob. In "Sister Act" weckte Whoopi Goldberg in einem Nonnen-Chor die Liebe zur Musik. In einer Gospel-Version wurde so aus "My guy" ein himmlisches "My god".
(Mario Derstappen)
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