Mittwoch, 22.05.2013
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Funkhaus Europa
Musik
"Start a new"
Sendung vom 05. Juli 2012
Der Name "Riley" hat auf Jamaika Tradition. Sowohl Jimmy als auch sein Sohn Tarrus Riley gehören zu den erfolgreichsten Musikern des Landes. Direkt mit seinem Albumdebüt schaffte Tarrus 2004 den Einstieg in die oberste Liga der internationalen Reggae-Szene. Eines seiner erfolgreichsten Lieder ist "Start a new", ein Song mit ernster Botschaft.
Tarrrus Riley: Ja, das stimmt. In "Start a new" geht um häusliche Gewalt. Ich war in Schulen unterwegs und habe gemeinsam mit der ehemaligen Miss Jamaika, Yendi Philips, über das Thema gesprochen. Die Schultour war ihre Idee. Da kann ich mich nicht mit falschen Lorbeeren schmücken.
Als wir in die Klassen gegangen sind, gab's vor allem bei den Mädchen immer viel Getuschel. Aber sie haben uns zugehört. Es kommt nicht häufig vor, dass dieses Thema angesprochen wird. Und schon mal gar nicht, dass Männer darüber reden. Aber, weil Yendi und ich zusammen zu den Jugendlichen gegangen sind, hat es gut funktioniert. Und danach haben wir noch für die Jungen und Mädchen performt.
Häusliche Gewalt ist leider ganz alltäglich. Häusliche Gewalt und Missbrauch sind allgegewärtig! Manchmal passiert sowas mit körperlicher Gewalt. Manchmal nur mit Worten. Ich glaube, wenn man den Leuten Liebe gibt, dann können sie auch lernen, diese Liebe weiterzugeben. Und nicht immer mit Gewalt zu reagieren!
Wir haben viele Reaktionen auf den Song bekommen. Viele Kommentare von den unterschiedlichsten Frauen. Mir ist klar, dass wir mit dem Song die Gewalt nicht abschaffen können. Aber wir können die Menschen dazu bringen, sich mit häuslicher Gewalt auseinander zu setzen. Denn die Leute hören das Lied im Radio. Und wir spielen es auf Konzerten. Vielleicht denken deshalb manche Männer zweimal nach, bevor sie ihre Frau schlagen. Es ist und bleibt ein trauriges Thema.
Ich würde mir wünschen, dass es ein Trend wird, öffentlich darüber zu reden, dass zum Beispiel Männer ihre Frauen verprügeln. Aber es ist leider nicht besonders verbreitet, so heikle Dinge zu thematisieren. Deshalb haben wir das Lied dazu geschrieben. Und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund.
(Andrea Halter)
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