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Lokalmatador

Rick Ski

HipHop-Pionier und Sonnenbrillensammler

Sendung vom 26. September 2012

Detlef Rick alias DJ Rick Ski ist ein B-Boy der ersten Stunde. Er macht seit gut dreißig Jahren HipHop. Das erste Rap-Album aus Deutschland stammt von ihm und seiner Gruppe LSD. Heute legt er auf vielen Partys Funk auf. Wie alles angefangen hat, erzählt der Lokalmatador aus Köln nun selbst.

Lokalmatador: Rick Ski; Rick Ski


Bitte stell dich kurz vor:

Ich bin Rick Ski, Musikproduzent, DJ, Rapper, Sonnenbrillensammler, Hobbykoch... Angefangen mit HipHop hat es bei mir eigentlich über die Medien. Über Dokumentarfilme wie "Break out" vom Westdeutschen Rundfunk aus dem Jahr '82. Da ging es um die Zustände in South Bronx aber natürlich auch um HipHop.


Was hat dich damals so an der HipHop-Kultur fasziniert?

Tja, um Musiker zu sein brauchte man einen Plattenspieler und ein paar Platten. So sah das auf jeden Fall aus. Und um Kunst zu machen brauchte man nicht unbedingt in die Kunsthochschule zu gehen, sondern man brauchte einfach ein paar Sprühdosen. Und um zu tanzen musste man einfach nur ein Pappkarton ausbreiten und üben. Das war das Faszinierende, dieses sich selbst ausdrücken ohne große finanzielle Mittel.


Du hast mit deinem Bruder und zwei anderen Freunden dann selber eine Band gegründet.

Ja, meine erste Band "LSD" haben wir im Sommer 1989 gegründet. Das Ziel war es, einfach sehr eigenständige Musik zu machen und das klingt jetzt bisschen arrogant, aber unsere Vorbilder noch zu toppen.


Wie entstehen bei dir die Ideen für neue Texte?

Also Texte schreibe ich oft beim Frühstück. Und das habe ich extra für euch geschrieben:

Worte fließen ungebremst aus meinem Mund raus
Direkt ins Mike des Studios im Funkhaus
Rick Ski, der Mann, der alle umhaut
Mit Musik, weil ich nicht an Geld, doch Kunst glaub
Global agierender Lokalmatador
Mein Dialekt dringt brutal ins Ohr
Äi-Team, Blitzmob, Future Rock, LSD
Ohne Kölle wär Deutsch-Rap hück net hä…


Wie siehst du heute den Deutschen Rap?

Der Deutsche Rap heutzutage ist sehr mit Images beschäftigt und da ist sehr viel Kalkül drin. Es wird quasi alles gemacht um Karriere zu machen. Diesen Respekt voreinander, den gibt es oft nicht mehr.


Wenn man dich auf den Partys beobachtet, dann merkt man, dass du dich von der Rap-Musik gelöst hast und mehr Funk auflegst, wie kommt das?

Das kommt einfach daher, dass ich das Anfang der 80er nebenbei gehört hab. Aber das hatte für mich nicht den höchsten Stellenwert gehabt. Und ich hab jetzt solange Rap und Elektro-Funk und so abgefeiert, dass ich das für mich entdeckt hab. Aber es gibt natürlich auch super viele Parallelen zwischen Funk und Rap.


Kannst du mittlerweile von der Musik leben?

Nein, ich lebe nicht komplett von der Musik. Deswegen mache ich diverse Sachen wie Sounddesign und als Fachautor arbeiten, auflegen, das ganze Sammelsurium - damit bestreite ich meinen Lebensunterhalt. Weil ansonsten wäre das ein ziemliches Armenbrot ehrlich gesagt.
(Bamdad Esmaili)





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