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Lokalmatador

Namosh

Der Electro-Harlekin

Sendung vom 18. Juli 2012

Namosh E. Arslan hat einen prominenten Fan: Pop-Elfe Björk bezeichnete sein Stück "Cold Cream" mal als ihren Lieblingssong. Der schwäbisch-kurdische Musiker, Sänger und Performancekünstler aus Berlin wurde einst der Electroclash-Szene um Peaches und Gonzales zugerechnet und galt als wilder Künstler in den Wendejahren. Heute ist Namosh lieber im Hintergrund aktiv.

Stell dich doch bitte einmal selbst vor – wer bist du, woher kommst du?

Portrait: Namosh; Rechte: dpa

Namosh: Hallo, ich bin der Namosh. Ich bin Sänger, Musiker, Performer, ich schreibe auch Texte - und wohne in Berlin.

In welchen Sprachen fühlst du dich zu Hause?

Namosh: Ich spreche halbwegs okay Türkisch, aber kein Zaza, die Sprache von meinen Eltern. Ich spreche Englisch und Deutsch in verschiedenen Akzenten und Dialekten. Ich kann auch Schwäbisch reden, ja, um Leute zu ärgern: Die Bedienungen in Berlin hören gerne Schwäbisch: 'Isch hätt gern a Coooolaaa!'"


Wo kommt dein Interesse für Musik her?

Namosh: Ich wurde vor allem von meiner ältesten Schwester total mit Musik gefüttert, weil sie viel Musik gehört hatte, von trauriger türkischer Musik, bis hin zu energetischer Breakdance-Musik von Chaka Khan oder Kool And The Gang. Das hat mich total beeinflusst.


Heimat - kannst du mit diesem Begriff was anfangen?

Namosh; Namosh Bild vergrößern

Namosh entzieht sich der Schärfe

Namosh:Heimatbezogen auf Ort und Strukturen, oder bezogen auf irgendwie Kultur, das muss abgeschafft werden! Das geht bei mir gar nicht. Da würde man sich früher oder später sowieso immer widersprechen und wieder eine neue Heimat suchen. Die Welt ist ja auch jetzt nicht sooooo groß, da kann die Welt schon so die Heimat sein.


Du bist mal in die Electro-Clash-Schublade gesteckt worden. Warum das?

Namosh: Electro-Clash, das war damals hip zu sagen zu allen, die alleine Musik gemacht haben. Da war's dann immer gleich Electro-Clash. Mittlerweile ist das zum Glück nicht mehr so.


In letzter Zeit ist es ruhiger um dich geworden. Wo bist du geblieben?

Namosh:Die letzten drei Jahre wollte ich auch nicht so viel spielen, da habe ich mich dann total ins Mischen und in Aufnahmen gestürzt und mir handwerkliches Geschick beigebracht. Mittlerweile könnte ich machen was ich wollte. Das habe ich auch bis jetzt auch immer gemacht. Aber ich bin noch freier und noch genauer mit dem Ausdruck.


Du planst gerade ein neues Album. Was hörst du denn selbst gerade an aktueller Musik?

Namosh:Ich bin komischerweise nicht interessiert an Musik, die gerade passiert. Ich glaube, dass das damit zu tun hat, dass ich nichts mehr mit Leuten zu tun habe, die ständig darauf aus sind auf, auf dieses "was kommt gerade" und "was geht" und "die Gruppe ist gerade total geil" und so.
(Martin Böttcher)




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