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Lokalmatador

Rainhas do Norte

Aus Liebe zur brasilianischen Musik

Sendung vom 11. Juli 2012

Drums and Stimmen - das sind die einzigen Elemente in der Musik von Rainhas do Norte, der neuen Frauenpower-Band aus Berlin. Rainhas do Norte ist Portugiesisch und heißt übersetzt "Königinnen des Nordens". Die sieben Frauen haben sich zusammengetan, um traditionelle Rhythmen des brasilianischen Nordostens nach vorne zu bringen.

Gruppenfoto von Rainhas do Norte ; Privat


Bitte stellt Euch kurz vor.

Emilia Mello: Ich bin Emilia Mello, wir sind die Rainhas do Norte, zu Deutsch: die Königinnen des Nordens.

Grace Kelly: Ich bin DJ Grace Kelly aus Bahia-Berlin. Wir sind sieben Frauen, fünf Brasilianerinnen und zwei Deutsche und wir leben hier schon ganz lange.


Was ist der gemeinsame Nenner eurer Band?

Emilia Mello: Unser gemeinsamer Nenner ist, dass wir eine besondere Liebe zu der Musik aus dem Nordosten Brasiliens haben. Und dass wir auch nicht unbedingt Samba machen wollen, weil das viele machen. Wenn man über Brasilien spricht, ist es immer Samba. Wir wollen zeigen, dass es auch andere Rhythmen gibt, die uns mehr ansprechen.

Grace Kelly: Maracatu ist das, was am stärksten präsent ist, obwohl wir auch andere Rhythmen spielen.


Habt ihr noch weitere charakteristische Besonderheiten?

Emilia Mello: Eine wichtige Charakteristik unserer Musik ist, dass wir nur Trommeln, Percussions und Stimmen benutzen. Wir haben keine harmonischen Instrumente.

Grace Kelly: Es gibt Leute die uns einladen und denken, wir würden nur trommeln und im Bikini tanzen. Und da sagen wir sofort: Nein! Rainhas do Norte stehen für "drums and voices".


Ihr seid sieben Frauen in der Band. Wie wichtig sind Euch feministische Themen?

Emilia Mello: Unsere Themen haben schon sehr stark mit Frauen zu tun, aber nicht abgesondert von dem Ganzen. Da geht es natürlich nicht um Schuhe und Mode, sondern um die wichtigen Themen wie z.B. das Recht auf Selbstbestimmung, das in vielen Ländern noch nicht selbstverständlich ist. Ein bisschen anti-sexistisch sind wir auch, aber nicht plakativ. Wir versuchen, dabei poetisch zu bleiben.


Ihr seid eine deutsch-brasilianische Band. Wie machen sich die Unterschiede bemerkbar? Gibt es da z.B. sprachliche Hürden?

Grace Kelly: Die Sprache spielt keine große Rolle, weil die zwei deutschen Bandmitglieder Portugiesisch können. Und wir können Deutsch. Das wird alles vermischt.

Emilia Mello: Wir praktizieren Portunhão! Die Mischung aus Portugiesisch und Alemão (Deutsch) ist Portunhão. Aber das Deutsch-Brasilianische spiegelt sich mehr im Temperament wieder, z.B. wenn wir proben. Manchmal machen wir die beiden Deutschen ein bisschen verrückt. Aber wir lieben uns trotzdem.


Werdet ihr eigentlich auch in Brasilien wahrgenommen?

Emilia Mello: Durch unsere CD sind wir auch in Brasilien bekannter geworden. Mit dem Internet klappt das prima. Da kriegen wir langsam auch Fans aus Brasilien. Das ist auch wichtig für uns und wir finden das super, dass uns so viele Brasilianer uns bei Facebook "liken".

Grace Kelly: Es ist die Bestätigung für das, was wir machen.
(Manuel Agostinho)





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